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spacer.gif   Insiderskandal erschüttert Wall Street – weitere Akteure im Visier
posted by : simon on Wednesday, October 21, 2009 - 08:07 AM
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In den USA ist ein Insiderskandal bei Hedgefonds bekannt geworden, der alles bisher Dagewesee sprengt. Insgesamt geht es um illegal erwirtschaftete Gewinne in Höhe von über 20 Millionen US-Dollar. Im Zentrum der Ermittlungen stehen der Milliardär Raj Rajaratnam und seine 1997 gegründete Hedgefonds Galleon Group welche mit rund sieben Milliarden Dollar Einlagen zu den weltgrößten Hedgefonds gehört, sowie zwei Manager des Hedgefonds New Castle – einer früheren Sparte der ehemaligen Investmentbank Bear Stearns, die im letzten Jahr zusammengebrochen ist. Bei dem Duo handele es sich um Mark Kurland, Präsident des Hedgefonds New Castle sowie seine Kollegin Danielle Chiesi, wie der Spiegel schreibt. Ebenfalls angeklagt sind zudem drei ranghohe Manager, bei denen es sich namentlich um Rajov Goel, Finanzmanager bei Intel der einst sogar mal für den Chefposten gehandelt wurde, Anil Kumar, Ex-Direktor bei McKinsey und IBM -Vizepräsident Robert Moffat, so der Spiegel.

Die Staatsanwaltschaft Manhattan wirft allen sechs Angeklagten Wertpapierbetrug und Verschwörung vor. Am Freitag waren zwei entsprechende Klagen bei einem New Yorker Bezirksgericht eingereicht wurden. Darüber hinaus hat auch die US-Börsenaufsicht SEC eine Zivilklage gegen das Sextett angestrengt, wobei der Vorwurf lautet, dass die Beschuldigten Insiderinformationen über zehn Unternehmen miteinander ausgetauscht hätten, darunter Google, IBM, AMD und die Hotelgruppe Hilton.

Hintergrundinformationen zu Einzelklagen

In einem Fall soll – wie es in einer der Klagen heißt – sich beispielsweise der 52-jährigen Rajaratnam, der mit einem geschätzten Privatvermögen von 1,3 Milliarden Dollar als reichster Mann Sri Lankas und Wohltäter gilt und zudem auch die US-Staatsbürgerschaft besitzt, mit Intel-Mitarbeiter Rajiv Goel und ...

... McKinsey-Direktor Anil Kumar kurzgeschlossen und verschworen zu haben, wobei die mutmaßlichen Straftaten auf Januar 2006 zurückdatieren und sich über einen Zeitraum von drei Jahren erstrecken sollen.

In der zweiten Klage werden zwei führende New-Castle-Mitarbeiter sowie ein hochrangiger IBM-Manager des Insiderhandels beschuldigt. Der Vorwurf lautet, dass der IBM-Manager unter anderem Insider-Informationen über ein IBM-Geschäft mit AMD weitergegeben haben soll. Insgesamt sollen sich die illegal erwirtschafteten Gewinne des Trios auf mehrere Millionen Dollar belaufen. Auch ein Analyst der Ratingagentur Moody's sei in den Skandal verwickelt, wie es in der Klageschrift heißt. Der Mann habe die Insiderinformationen weitergegeben, dass die Hilton-Gruppe, respektive Hilton – an deren Bewertung er beteiligt war – an den Finanzinvestor Blackstone verkauft würde und wann der Verkauf voraussichtlich bekanntgeben werde.

Telefone angezapft

Laut Preet Bharara, Staatsanwalt von Manhattan der die Anklage am Freitag gemeinsam mit der US-Börsenaufsicht SEC und dem FBI vorlegte, sei dies „kein gewöhnlicher Fall von Insiderhandel" und sollte der Wall Street „als Weckruf“ dienen. So waren bei den Ermittlungen auch Telefone mit richterlicher Erlaubnis angezapft worden – das erste Mall in einem Fall von Insiderhandel an der Wall Street. Und absehbar nicht das letzte Mal, wie der Staatsanwalt Reuters zufolge direkt ankündigte: „Heute, morgen, kommende Woche und in der Woche darauf müssen sich privilegierte Wall-Street-Insider, die erwägen, gegen das Gesetz verstoßen, eine wichtige Frage stellen: Hören die Strafverfolgungsbehörden mit?" Im Fall einer Verurteilung droht den Angeklagten, die allesamt seit dem Wochenende in U-Haft sitzen, eine mehrjährige Haftstrafe: Allein auf Wertpapierbetrug steht in den USA bis zu 20 Jahre Haft.

Weitere Kandidaten im Visier der Ermittler

Der Fall könnte indes noch weitere Kreise ziehen, wie Bloomberg mit Berufung auf mit der Sache Vertraute schreibt. So hätten die US-Ermittler bereits angekündigt, bald gegen weitere Insiderhandels-Netzwerke vorzugehen und entsprechende Klagen vorzubereiten, respektive vorzubringen, auf die sie im Lauf der letzten beiden Jahre im Zuge intensiver Untersuchungen gestoßen sind. Im Visier sind dabei unter anderem weitere Hedgefondsmanager, Richter und andere Wall Street Player, wobei die Quellen keine näheren Angaben machen wollten, da die Fälle nicht öffentlich sind.

Quelle: FONDS professionell


 
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