Die Millionen-Metropole Shanghai bereitet sich auf die Expo 2010 vor. Quer durch die Stadt werden alte und neue Häuser frisch gestrichen und Straßen und Gehwege erneuert.
Die Financial Times Deutschland schreibt, dass auch im übrigen China wieder überall gebaut wird: "Neue Eisenbahnstrecken ziehen sich durchs Land, Stromnetze und Wasserwerke entstehen. Das Geld fließt in Strömen." China hat tief in die Tasche gegriffen - das 4.000 Milliarden Yuan Konjunkturprogramm ist angelaufen. Dieses Geld soll in den kommenden zwei Jahren unter anderem den Wohnungsbau für untere Einkommensschichten fördern. Auch ist vorgesehen, die Infrastruktur im ländlichen Raum, Projekte der Wasser- und Elektrizitätswirtschaft, das Transportwesen, den Umweltschutz und andere technische Innovationen zu finanzieren. Zudem will China die Kreditvergabe erleichtern und die Unternehmen bei der Mehrwertsteuer entlasten.
Und damit macht China nach IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn alles richtig. Strauss-Kahn sagt, dass das Konjunkturpaket Chinas in dieser Form enorm positive Auswirkungen auf die Weltwirtschaft habe. "Der IWF vertritt bereits seit langem die Auffassung, dass China seine Politik eines vom Export angetriebenen Wachstums hin zu einem von der Binnennachfrage angetriebenen Wachstum ändern sollte." In China zeigen sich vergleichsweise früher als in den westlichen Industrieländern erste Erfolge der Konjunkturprogramme. Aufgrund der Regierungsform kommt in China das staatliche Geld anscheinend früher bei Unternehmen und Verbrauchern an. So ist der Staat Auftraggeber bei Infrastrukturprojekten. Diese werden von Staatsfirmen umgesetzt und finanziert aus dem Staatshaushalt oder von Staatsbanken per Kredit auf Anordnung der Regierung.
So stellen sich die Erfolge direkt und kurzfristig ein. Chinas Anlageinvestitionen im April lagen bereits wieder bei 34 Prozent über dem Vorjahresniveau. Auch die Einfuhren von Öl, Eisenerz und anderen Rohstoffen stiegen im März. Die Wohnungskäufe steigerten sich im ersten Quartal um 23,1 Prozent. Es gibt auch erste Anzeichen für private Investitionen: Der Einkaufsmanagerindex der Investmentbank CLSA überschritt im April mit 50,1 erstmals seit Monaten wieder die 50-Punkte-Marke. Die Industrieproduktion stieg im April um 7,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr, was von Ökonomen als Beleg dafür gesehen wird, dass die Erholung intakt ist.
Impulsgeber China hat somit einen erfolgreichen Weg beschritten. Wann der Impuls auch die Weltwirtschaft beeinflusst, ist die spannende Frage dieser Tage.