Die Rohstoffpreise haben in einigen Segmenten seit Jahresbeginn sehr starke Aufschläge verzeichnet. So sind Kupfer und Blei um etwa 60 Prozent angestiegen. Platin und Palladium haben rund 30 Prozent zugelegt. Und der Ölpreis liegt ebenfalls deutlich über dem Wert zu Jahresbeginn. In Anbetracht der teilweise extremen Preisstürze im Jahr 2008 kam die Gegenbewegung nicht völlig überraschend, meint Dr. Frank Schallenberger, LBWW, in seinem jüngsten Markteinschätzung. „Beispielsweise notierten Platin und Nickel zeitweise so deutlich unter den Grenzkosten der Förderung, dass Platinpreise von weniger als 800 US-Dollar pro Unze oder Nickelpreise unter 9.000 US-Dollar pro Tonne früher oder später korrigiert werden mussten. Bei manchen Rohstoffen dürfte die Preiserholung der letzten Wochen mittlerweile aber schon etwas über das angemessene Ziel hinaus gegangen sein“, so der Analyst.
Insbesondere bei einigen Basismetallen hätten zuletzt mehrere Faktoren für Haussetrends gesorgt. „Zum einen wurden einige Akteure an den Terminbörsen angesichts steigender Preise mit Baissespekulationen auf dem falschen Fuß erwischt. Das Schließen entsprechender Short-Positionen sorgte dann für ein weiteres Anziehen der Notierungen. Zum anderen nutzten die Chinesen das niedrige Preisniveau bei vielen Basismetallen zur Aufstockung ihrer Lagerbestände. Alleine bei Kupfer, Aluminium, Zink und Blei wurden für die Volksrepublik im März neue Importrekorde verzeichnet. Obwohl das gigantische Konjunkturprogramm Chinas in den nächsten beiden Jahren die Nachfrage nach Kupfer und Co. wieder stärker ankurbeln dürfte, werden die rekordhohen Importe Pekings wohl kaum von dauerhafter Natur sein“, ist Dr. Schallenberger überzeugt.